Steve Jobs

Ich muss zugeben, dass ich von Steve Jobs (r.i.p.) nicht viel gehalten habe. Die Medien übertreiben ja schließlich gerne und Apple hat auch keine weiße Weste (wie auch Samsung usw…), das ist allerdings ein anderes Thema (hier klicken für mehr Info). Meine Meinung über Steve Jobs hat sich allerdings sehr geändert.

 

Zu Beginn der Einführungswochen mitte September hat der Präsident der von mir besuchten Hochschule Steve Jobs zitiert. “Bleibt hungrig, bleibt töricht”. Er erwähne kurz, dass Steve Jobs 2005 eine Abschlußrede in Stanford hielt. In der Rede erklärte er u.a. wie wichtig es ist einen Job zu haben den man liebt. Besser als er hätte ich es wirklich nicht ausdrücken können. Die Rede ist in drei Teile gegliedert. Dazu habe ich unten die für mich wichtigsten Punkte aufgeführt.

Die erste Geschichte handelt über das Verbinden der Punkte.
“In nichts von all dem steckte irgendwie die Hoffnung, dass es jemals eine praktische Anwendung finden würde in meinem Leben. Aber zehn Jahre später, als wir den ersten Macintosh Computer entworfen haben, kam alles doch auf mich zu.”


“Nochmal, du kannst Punkte nicht verbinden, wenn du nach vorne blickst. Du kannst Punkte nur verbinden, wenn du zurück blickst. So musst du daran glauben, dass sich die Punkte irgendwie in der Zukunft verbinden werden. Du musst an etwas glauben – deinen Gott, Schicksal, Leben, Karma oder was auch immer.”

Hier beschreibt er, dass er seinem Herz gefolgt ist, obwohl es noch keine klare Verbindung zwischen den Punkten/Interessen gab. Ihr kennt sicherlich auch solche Fragen “Wieso machst du das? Was bringt dir das?”. Eine einfache Antwort “Es interessiert/fasziniert mich.” – wenn die Person immernoch nichts verstanden hat, einfach auf die Rede verweisen ;)

Meine zweite Geschichte ist über Liebe und Verlust.
“Ich bin mir ziemlich sicher, nichts von dem wäre jemals geschehen, wenn ich nicht bei Apple gefeuert worden wäre. Es war bitter schmeckende Medizin, aber es war genau die, die ich benötigte. Manchmal trifft dich das Leben mit einem Ziegelstein auf den Kopf. Verliere nicht deinen Glauben. Ich bin überzeugt, dass das einzige, was mich zum Weitermachen brachte, war, dass ich geliebt habe, was ich tat. Man muss das finden, was man liebt. Und das ist wahr in Bezug auf die Arbeit als auch im Liebesleben. Arbeit wird einen großen Teil des Lebens ausmachen und der einzige Weg um wirklich erfüllt zu sein, ist das zu tun, wovon man glaubt es sei eine großartige Arbeit. Und der einzige Weg großartige Arbeit zu tun, ist zu lieben was man tut. Wenn du es bis jetzt nicht gefunden hast, dann suche weiter. Bleibe nicht stehen. Mit allen Fasern deines Herzen wirst du es spüren, wenn du es gefunden hast. “

Das obere Zitat ist für mich sehr wichtig. Ich habe bisher alles im kaufmännischen Bereich gemacht (ein Jahr Praktika, eine Ausbildung und danach Praxis). Es machte mir zwar oft Spaß allerdings hat mich diese Arbeit nicht erfüllt. Sie gab mir nichts außer einen positiven Saldo aber wie viel ist das schon Wert? Soll man für die grünen Scheine die Gesundheit vernachlässigen und das Umfeld belasten in dem man schlechte Laune hat? Oder doch lieber stehen bleiben, nachdenken und die Richtung wechseln, dahin gehen wo die Sonne scheint und das Herz lacht? Klar liebe ich es Geld auszugeben und mir schöne Sachen zu kaufen oder irgendwohin zu fahren aber eine nicht erfüllende Tätigkeit kann man mit Geld nicht ausgleichen. Einige (nicht-Studenten) sind der Meinung, dass es eine finanzielle Katastrophe ist. Für mich ist es eine größere Katastrophe sich selbst zu betrügen und sich jeden Tag zur Arbeit zu schleppen die man nicht mag. Auch wenn ich erst am Anfang meines Studiums bin kann ich auf jeden Fall sagen, dass es die beste Entscheidung in meinem Leben ist mich für das Studium zu entscheiden.

Meine dritte Geschichte ist über den Tod.

“Als ich 17 war, las ich ein Zitat das ungefähr so klang: „Wenn du jeden Tag so lebst, als wäre es dein letzter, wird es höchstwahrscheinlich irgendwann richtig sein.“ Es hatte mich beeindruckt und seit damals über 33 Jahre habe ich jeden morgen in den Spiegel geschaut und mich selbst gefragt: „Wenn heute der letzte Tag in meinem Leben wäre, würde ich das tun, was ich mir heute vorgenommen habe zu tun?“ Und jedes mal wenn die Antwort „nein“ war für mehrere Tage hintereinander, wusste ich, ich muss etwas verändern.”
[...]
“Mich zu erinnern, dass ich bald tot sein werde, war für mich das wichtigste Werkzeug, das mir geholfen hat alle diese großen Entscheidungen zu treffen. Weil fast alles – alle äußeren Erwartungen, der ganze Stolz, die ganze Angst vor dem Versagen und der Scham – diese Dinge fallen einfach weg angesichts des Todes und es bleibt nur mehr das, was wirklich wichtig ist.

[...]
“Deine Zeit ist begrenzt, also verbrauche Sie nicht, um das Leben anderer zu leben. Sei nicht gefangen von Dogma, dass nur Leben nach den Überlegungen anderer Leute bedeutet. Lass nicht den Krach anderer Meinungen die eigene innere Stimme zum verstummen bringen. Und das aller Wichtigste, habe den Mut dem eigenen Herzen und der Intuition zu folgen. Diese wissen irgendwie schon genau, was du wirklich sein willst. Alles andere ist zweitrangig. “

Als ich jung war, gab es eine erstaunliche Veröffentlichung genannt „The Whole Earth Catalog“, [...]. Es war sowas wie Google in Papierformat 35 Jahre bevor Google auftauchte: es war ideologisch und überfüllt mit ordentlichen Feinheiten und großartigen Gedanken.

[...]Auf der Rückseite der letzte Version war eine Abbildung von einer Landstraße früh am morgen, die Art von Landstraße an der man als Anhalter stehen würde, wenn man ein Abenteurer wäre. Darunter standen die Wörter: „Bleib hungrig, bleib töricht.“ Es war ihre finale Nachricht als sie aufgehört haben. Bleib hungrig. Bleib töricht. [...]“

Die Übersetzung der Rede (keine offizielle) findet ihr hier: Steve Jobs Abschlussrede in Stanford (Übersetzung)

Dort ist auch ein Video von der Rede auf Englisch.

Diese Rede ist 2005 komplett an mir vorbei gegangen. Mit 17 habe ich leider anderen Dingen mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Heute weiß ich allerdings, dass das Richtige zu tun und auf sein Herz zu hören das Leben lebenswert macht. Wenn ich mich jeden Tag zur Arbeit schleppe, die ich nicht mag, dann bin ich nichts anderes als ein Zombie, nur eine leere Hülle. Das gilt nicht nur für die Arbeit sondern auch für das Privatleben (im Bezug auf Freunde, Partner usw.). Wir sitzen am längeren Hebel und wenn wir nach der Arbeit zu kaputt sind um was vernünftigeres zu tun als fernzusehen dann sind wir selbst Schuld und dürfen uns nicht beschweren. Hierzu passt mein Lebensmotto “love it, leave it or change it”.

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