Geduld und Ungeduld – Teil 1

Montag morgens. Um 5:30Uhr aufgestanden, seit 6:30Uhr unterwegs. Die letzten Nächte kaum geschlafen. Dennoch in bester Laune machte ich mich auf den Weg zur Hochschule. In bester Laune? Ou ja - meine Seminararbeit hatte ich fertig in meinen Händen! Es war eine lange Geburt aber hey, nun ist es geschafft! Ein weiterer Grund weshalb ich mich freue ist, dass an diesem Tag eine neue Ausgabe der Glamour im Handel ist. Für die, die es nicht wissen: seit ich ca. 16 bin (also schon ca.10 Jahren!) lese ich fast jede Ausgabe der Glamour. Ich mag den Aufbau, die Illustrationen und außerdem ist sie für mich in vielen Bereichen eine richtige Inspiration. Sie versetzt mich in eine Art “Urlaubsstimmung”. Alles um mich herum ist ausgeblendet, ich verliere mich in der Welt der Farben und Schnitte und bin einfach nur glücklich. 

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Kurz bevor ich am Hbf umsteige, besuche ich dort den Zeitschriftenhändler. Lasse mich (wie immer!) von der riesigen Zeitschriftenauswahl ablenken, schaue mir manche an, lasse sie liegen und schnappe mir die Glamour. Stelle mich an der Kasse an, zwei Personen sind vor mir und plaudern mit der Kassiererin.

 

Nachdem beide verschwunden sind war ich an der Reihe. Seit wenigen Sekunden haben sich zwei Personen hinter mich gestellt. Beim Kassieren suchte ich 5-20Sekunden (!) im Portmonnaie nach dem Geld. Der Herr hinter mir behauptete dann in genervter Tonlage Eine Stunde später…”. Auch wenn ich seine Augen nicht sah, bin ich mir sicher, dass er mit den Augen gerollt hatte. Konnte mich nicht davon abhalten (ohne nach hinten zu gucken, da ich solche Leute nicht gerne angucke, vor allem morgens, da brauche ich gute Laune), sowas zu sagen wie “Ein bisschen Geduld wäre schon nicht schlecht!”. Beim gehen habe ich wieder sowas ähnliches gesagt. Natürlich wäre es vielleicht klüger gewesen ihn anzugucken und zu Fragen was ich denn dafür kann, dass er 20 Sekunden nicht warten kann oder ihm ein Doku/Buch über Entschleunigung zu empfehlen. Vielleicht aber auch nicht.

Bin allergisch gegen Menschen, die immer hetzen müssen. Bin selber ungeduldig aber irgendwo muss doch Ungeduld seine Grenzen haben? Das waren höchstens 20 Sekunden, oder aber nur 5. Vielleicht wäre der Herr mit einer Express (wie der Name schon sagt) am Automaten besser bedient? Soll auf jeden Fall nicht mein Problem sein.

Ich selber war schon knapp mit der Zeit, mir war das aber bewusst. Das Gespräch von der Kassiererin mit den Kunden vor mir habe ich trotzdem nicht unterbrochen. Warum? Weil ich das schön finde, wenn sich sowas wie Kommunikation mit einem Lächeln in den Tag einschleicht. Und weil ich eben weiß, dass wenn es mir wichtig ist, ich mich hätte beeilen sollen. Alternativ hätte ich auch eine Bahn früher nehmen können um in Ruhe zu stöbern.

Das soll jetzt nicht zeigen, dass ich “besser” bin als der Herr hinter mir. Damit wollte ich nur eine Alternative Verhaltensweise aufzeigen. Vielleicht wollte er zum Vorstellungsgespräch oder pünktlich zur Arbeit. Dann könnte er es doch auch freundlich ansprechen. Sowas wie “Entschuldigung, ich habe es sehr eilig, dürfte ich vor?”. Immerhin ist am Vortag Deutschland Weltmeister im Fußball geworden.  Bin zwar kein Fan aber gewöhnlich freut sich da der Großteil der Allgemeinheit.

Fortsetzung: Teil 2 

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr schon ähnliche Situationen erlebt (egal an welcher Stelle)? 

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